Sonniger Süden: Weinregionen der Zukunft

Der Zusammenschluss von Albanien, Nordmazedonien und Serbien unter dem Titel „WineVision by Open Balkan“ setzt auf internationale Verbundenheit, die erfolglose Politik beiseitestellt und aufstrebenden Weinregionen eine Bühne bietet, die sie schon längst verdient haben.

Verschiedene Balkanländer an einem Tisch: eine Seltenheit – zumindest politisch. Die neue Initiative „WineVision“ by Open Balkan“ hebt das hervor, was den Süden Europa verbindet: Die Weine der Balkanregion. Das Projekt wurde im Steirereck im Standpark unter Anwesenheit von Politik und Presse vorgestellt. Die Gastgeber, unter ihnen der serbische Wirtschaftskammerpräsident Marko Čadež und Falstaff-Chefredakteur Peter Moser, stellten im Zuge einer umfangreichen Weinverkostung zum Lunch das Projekt vor. Im Zusammenschluss von Serbien, Albanien und Nordmazedonien feierte „WineVision“ als umfangreiche Weinmesse 2022 in Belgrad Premiere und brachte 350 Weingüter aus den Ländern der Open-Balkan-Initiative und darüber hinaus zusammen.

„Wein schafft, was die Politik in 40 Jahren nicht geschafft hat“ so Serbiens Wirtschaftskammerpräsident Čadež zur Bedeutung des internationalen Austausches und der Weinmesse, die nun jährlich stattfinden soll und vom 13. bis 19. November 2023 erneut über die Bühne geht. „Wir haben unsere Weinflächen in 10 Jahren verdoppelt,“ so Čadež weiter, “ und die Anfrage hat sich vervierfacht. Wir haben gelernt Spitzenweine zu machen und wollen jetzt auch im internationalen Weingeschäft Fuß fassen. Von Österreich kann man da viel lernen, es ist innerhalb von 20 Jahren zum Weltmeister aufgestiegen.“

Lagen & Böden mit Geschichte

Während die klassischen westlichen Weinländer unsere Köpfe und Weinregale dominieren und selbsternannte Kenner allenfalls noch gerne auf Südafrika, Südamerika oder Australien verweisen, bleiben die uns so nahen Balkanländer unter dem Radar. Dabei präsentiert sich Südosteuropa mit besten klimatischen Bedingungen und hervorragender Vegetation als Frucht- und Weinparadies. Die heute vergleichsweise kleinen Anbauflächen und Produktionszahlen lassen uns dabei die lange Geschichte des Weines übersehen, die bis ins 8. Jahrhundert vor Christus zurückreicht. Damals bauten die Illyrer in Albanien bereits Wein an, kelterten ihn und verliehen ihm weit bis in das 15. Jahrhundert hinein seine Qualität und Bekanntheit, bis die Produktion unter der osmanischen Herrschaft zurückging. Nach einigen turbulenten Jahrhunderten entwickelt sich die Weinproduktion in Albanien, Nordmazedonien und Serbien nun erstmals rasant weiter und verspricht eine glorreiche Zukunft – vielleicht eine Zukunft, die die Länder über die politischen und territorialen Spannungen hinaus annähert?